Ob Prototyp, Reparatur, Kleinserie oder Serienfertigung: Der Hotmelt-Verguss ist ein vielseitiges, schnell umsetzbares und wirtschaftliches Verfahren für geschützte Kabelkonfektionen und robuste Steckverbindungen.
Der Hotmelt-Vergussspielt eine entscheidende Rolle, wenn es um langlebige und passgenaue Kabelkonfektionen geht. Das Verfahren eignet sich perfekt für Prototypen, kleine bis mittlere Stückzahlen und kundenspezifische Lösungen. Und ist daher ein wichtiger Bestandteil unserer Fertigung.
Was ist das Hotmelt-Verfahren?
Bei dieser Vergusstechnik wird ein thermoplastischer Schmelzklebstoff („Hotmelt“) erhitzt, verflüssigt und anschließend um ein Bauteil oder eine Verbindung gegossen. Beim Abkühlen härtet das Material aus. Somit bildet es eine widerstandsfähige, schützende Hülle. Hotmelts sind in verschiedenen Formen erhältlich – als Granulat, Blöcke, Sticks oder Pillows. Sie werden bei Temperaturen zwischen 100 °C und 220 °C verarbeitet.
Welche Vorteile bietet die Vergusstechnik?
Hotmelt bietet eine Vielzahl technischer und wirtschaftlicher Vorteile:
- Flexibel und widerstandsfähig: Das Material ist zäh, aber nicht spröde. Somit ist es perfekt geeignet, um Kabel zuverlässig gegen Biege- und Zugbelastungen zu schützen.
- Isolierende Wirkung: Hotmelt verhindert Kurzschlüsse und Überschläge innerhalb der Verbindung.
- Extrem schnelle Verarbeitung: Hotmelt kühlt lediglich ab und härtet dadurch in Sekunden aus – deutlich schneller als Epoxid- oder Silikonharze. So lassen sich Reparaturen oder Verstärkungen schnell und unkompliziert durchführen.
- Formschlüssige Abdichtung: Durch die Verarbeitung in einer Form entstehen präzise, saubere und reproduzierbare Vergusskonturen.
- Sauberer, sicherer Prozess: Ohne giftige Härter oder Lösungsmittel, ohne Mischfehler oder Topfzeiten – das sorgt für weniger Ausschuss.
- Kostengünstig: Die Verwendung von Aluminium für die Vergussformen ist deutlich günstiger als Spritzgusswerkzeuge und damit ideal für kleine bis mittlere Serien, Prototypen und Sonderlösungen.
- Sichere Haftung: Hotmelt haftet auf PVC, PUR, TPE, Polyamiden, Metall und vielen gängigen Leiterisolierungen.
- Günstige Vergusstechnik: Kurze Prozesszeiten, geringer Energiebedarf und niedrige Materialkosten machen Hotmelt deutlich günstiger als klassische Harzverguss-Verfahren.
- Hohe Reproduzierbarkeit: Einmal erstellte Formen liefern identische Ergebnisse. Diese sind perfekt für die Serienfertigung und wiederkehrende Konfektionen.
- Wieder verarbeitbar: Als Thermoplast kann Hotmelt im Notfall erneut erwärmt und entfernt werden. Dies ist ein Vorteil gegenüber irreversibel aushärtenden Epoxidharzen.
Hotmelt in der Kabelkonfektion
In der Kabelkonfektion übernimmt Hotmelt eine zentrale Schutzfunktion: Es sorgt dafür, dass Zugkräfte nicht direkt auf Lötstellen oder Crimp-Kontakte wirken. So lassen sich Kabelbrüche, ausreißende Leitungen oder Kontaktprobleme zuverlässig zu vermeiden. Besonders bei USB-Steckern, D-Sub-Verbindungen, Rundsteckverbindern oder Automotive-Steckern wird Hotmelt deshalb häufig eingesetzt.
Zudem bildet es eine geschlossene Schutzschicht, die das Steckerinnere zuverlässig gegen Feuchtigkeit, Staub, Öle oder Spritzwasser abdichtet. Das ist ideal für Anwendungen, die hohe IP-Schutzklassen wie IP67 oder IP68 erfordern.
Auch bei komplexen Konfektionen spielt das Verfahren eine wichtige Rolle. Hotmelt fixiert Adern, Abschirmgeflechte, Crimphülsen und Litzenenden dauerhaft und verhindert so Bewegungen oder Beschädigungen im Steckerinneren. Selbst empfindliche Komponenten wie Sicherungen, Ferrite, Filter, Mini-PCBs oder Sensoren können mithilfe des Vergusses sicher eingebettet werden. Dadurch sind sie optimal vor mechanischer Beanspruchung, Feuchtigkeit und Vibration geschützt.
Für kundenspezifische Gehäuse, Sonderstecker oder individuelle Kabelabgänge ist Hotmelt ebenfalls ideal. Das Verfahren ermöglicht es, Tüllen nachzubilden, Durchführungen zu verstärken und maßgeschneiderte Formen herzustellen. Bei Spezialkabel Schmid wird Hotmelt zum Umspritzen von Steckern, Bauteilen und für Knickschutz eingesetzt.